Forschungsbohrung Heidelberg UniNord

Heidelberger Becken
Lage der Bohrungen im Forschungsprojekt

Das so genannte „Heidelberger Loch“ ist ein tektonisch angelegtes Senkungsgebiet, das sich unter dem Stadtgebiet von Heidelberg und nördlich davon befindet. Hier wurden Lockergesteine des Tertiär und Quartär in sehr großer Mächtigkeit abgelagert. Die Forschungsbohrung UniNord wurde auf dem Gelände der Universität Heidelberg auf 500 m abgeteuft.  Die Forschungsbohrung ist Teil eines Verbundvorhabens, das durch drei Kernbohrungen im nördlichen Oberrheingraben ein Klimaarchiv von europaweiter Bedeutung erschließen soll. Ziel des Projekts ist die Untersuchung von fluviatilen bis limnisch-fluviatilen Archiven des Quartärs und Pliozäns im nördlichen Oberrheingraben und damit die Beantwortung einer Vielzahl offener Fragestellungen im Zusammenhang mit neotektonischen Prozessen, den quartären Eiszeiten auf dem europäischen Kontinent und dem Übergang vom Pliozän zum Pleistozän.

Das Heidelberger Becken ist durch seine zentrale Stellung im Geosystem Alpen - Oberrheingraben - Nordsee charakterisiert und gleichzeitig durch die mächtigsten Quartärfolgen im Oberrheingraben gekennzeichnet. Das gewonnene Archiv erleichtert somit die Verknüpfung von alpinen mit nordeuropäischen Parametern zur Klimaentwicklung und ist somit von überregionaler Bedeutung.

Verschiedene Teilprojekte befassen  sich mit den Themenbereichen

  • Geochronologie,
  • 3-D Struktur und Genese des Beckens,
  • Neotektonik sowie
  • Sedimentinput durch Rhein und Neckar

Die mittlerweile abgeschlossenen Schwermineralanalysen an Sedimentproben aus der Forschungsbohrung Heidelberg UniNord lassen eine klare Unterscheidung von Rhein- und Neckarsedimenten zu. Ein Großteil der Sedimente stammt aus dem Einzugsbereich des Neckars. Stellenweise sind Sedimente des Rheins zwischengeschaltet, so z.B. bei 60-67 m, 91-107 m, 190-230 m und 270-290 m. Selbst in Teufen von 488 m finden sich noch quartäre Pollenspektren, die vermutlich dem Tiglium zugeordnet werden können (pers. Mitteilung Hahne). Möglicherweise hat die Bohrung sogar den Übergang Plio-Pleistozän knapp nicht erreicht. Damit ist die Quartärmächtigkeit in Heidelberg etwa dreimal so groß wie beispielsweise an den Lokationen in Ludwigshafen.

Veröffentlichung

Hagedorn, E.-M., Hahne, J., Wieland-Schuster, U. & Ellwanger, D. (2005): The Heidelberg Drilling Projects: Pre-Project Activities. (Sedimentology, Sediment Petrography, Bio- and Eco-Stratigraphy). - Poster/Abstract, 6th EUCOR-URGENT Workshop, 10-12 October 2005 at Mont St. Odile, Strasbourg.